Mai 12
Liebe Stefanie Schneider… - Wolf!
Im Prinzip ein guter Artikel, wenn da nicht so ein paar Dinge wären,
die sehr sonderbar sind. Ich hab scheinbar gerade meine
Oberlehrer-Phase, dafür entschuldige ich mich schon mal
1. Warum schreiben Sie ständig “Oberflächentemperatut (SST)”? Einmal
würde genügen, wenn Sie die Bedeutung “sea surface temperature”
hinzufügen. Dann dürften Sie auch nur noch SST schreiben.
2. Ich kann mir den Zwang nicht erklären, Zwischenüberschriften (ZU)
zu machen. Ein Absatz unterteilt einen Text auch ganz gut, ggf. kann
auch noch mal ein Bild eingefügt werden. Wenn ich aber solche
geistigen Kurzschlüsse wie “Oszilli, Oszilla mir san leider net aloa”
lese, kann ich, obgleich ich die EAV (Erste Allgemeine
Verunsicherung) ganz OK fand, nicht wirklich lachen…nicht mal
schmunzeln. Andere ZUs wirken gequält, als ob man sie unter Folter
aus dem Text zusammengeklaubt hätte (”Klassenzimmer für Forscher”
bezieht sich auf ein unwichtiges Gleichnis im Text, anstatt auf echte
Inhalte).
3. “A storm is born”. Hier versuchen Sie mit einfachen Worten zu
erklären, wie ein Hurricane entsteht. Das ist eine ehrbare Aufgabe,
aber man muß den schmalen Grat zwischen Vereinfachung und Verfälschen
wandeln. Das klappt nicht immer.
> Wenn Meerwasser verdunstet, geht Wärme vom Ozean in die Atmosphäre über.
> Einen ähnlichen Effekt stellt sich beispielsweise beim Joggen ein. Die Haut
> fühlt sich kalt an, weil Schweiß auf der Haut verdunstet und die Wärme des
> Körpers an die Umgebung abgegeben wird.
Hier sind Sie zwar inhaltlich richtig, aber ein kurzer Ausflug in die
Physik hätte ein genaueres Bild dieses scheinbar einfach Vorgangs
gezeichnet.
> Bei der Entwicklung von Hurrikans verschwindet die Wärme aber nicht, sondern
> heizt als “latente” Wärme die Intensität von Wirbelstürmen an.
Die Wärme verschwindet auch beim Schwitzen nicht. Das ist nicht gut
ausgedrückt. Und warum muß die latente Wärme in Gänsefüßchen? Und wie
heizt Wärme eine Intensität an? Auch hier nichz gut ausgedrückt.
> Im Zuge der Entstehung eines Hurrikans steigen Wasserteilchen mit den warmen > Luftmassen auf, welche leichter als die umgebende Luft sind.
Einfacher wäre es, von Wasserdampf zu sprechen….
> Und je mehr Seewasser verdunstet, desto mehr “latente” Wärme wird
> freigesetzt, und die im Wirbelsturm “gebundene” Energie erhöht sich.
Auch hier wieder “Angriff der Gänsefüßchen”. Eine alte Schreibregel
besagt, daß man Gänsefüßchen nur setzen soll, wenn man damit einen
anderen Zweck erfüllen möchte, als einem fehlde Ausdrücke zu
ersetzen. Entweder Sie finden die richtigen Worte oder lassen die
Dinger einfach weg, was in diesem Fall kein Problem ist.
Das fiel mir beim Lesen so ins Auge…..
D.