Aug 23
Re: Linux: Ich liebe es ! - Mandrakelinux 10.0 Community freigegeben
> > Für viele gibt es derzeit wohl vor allem ein Umstiegsargument auf
> > Linux, nämlich dass die Sachen _mindestens_ so gut sein müssen, wie
> > der ganze MS-Kram und das die Benutzung nicht schwieriger ist, als
> > unter Windows. Und das ist imho noch lange nicht der Fall, denn
> > leider werden DAU-taugliche Windows-Programme häufig nur halbherzig
> > kopiert oder nachempfunden, anstatt selbst etwas eigenes zu
> > entwicklen. An den passenden Entwicklungstools fehlt es sicherlich
> > nicht…
> Irgendwie wiederspricht sich das. Einerseits willst Du DAU-taugliche
> Programme, die besser sind als Windows Originale und die jeder
> windows-gewöhnte DAU sofort bedienen kann, andererseits sollen die
> Leute aber selbst etwas völlig eigenes Entwickeln.
Okay, ich habs vieleicht falsch ausgedrückt. Anstatt sich auf ein
eigenes (möglicherweise an MacOS, BeOS o.ä.) Design-Konzept zu
konzentrieren, versucht man die (IMHO schlechte) Windows-GUI
nachzuempfinden.
Eine gute GUI versteht man jeder, egal ob man nun zum ersten mal vor
dem Rchner sitzt oder aus der Windows-Welt kommt.
> Vielleicht verrate ich Dir ja eine Neuigkeit: aber genau das wird
> doch getan! Es gibt tausende freie Programme, wo jemand (oder
> mehrere) selbst etwas eigenes entwickelt haben und die wunderbar
> effektiv funktionieren. Nur die sind eben anders, teilweise ganz
> anders, als die 0815-windows DAU-Programme. Weshalb sie von vielen
> DAUs zunächst garnicht als benutzbare Programme erkannt werden.
Wenn das Programm als solches nicht erkannt wird, liegt das am
Programm, nicht am User.
> Bestes Beispiel: die Shell-Toolchain. Ja, jeder Windowsuser stöhnt
> erstmal auf: “Da kann man ja garnicht klicken! Ich muß mir ja
> Optionen merken (nee, muß man nicht, steht alles in der Anleitung,
> wenn nicht in der Shell-History) und das ist ja von vorgestern.
Ja, ist es auch. Kommandozeilen sind für Admins und Profis vieleicht
sinnvoll und nötig, aber nicht für den Normalbenutzer. Warum soll ich
mir denn z.B. etwas merken müssen, was den Computer doch auch genauso
gut bzw. besser machen könnte? Das ist unergonomisch.
> Aber
> es ist etwas eigenes und 100 mal mächtiger als jede Einzelanwendung
> jemals sein kann. Und sobald man gelernt hat, damit umzugehen, ist es
> die effizienteste Methode mit einem Rechner zu arbeiten.
Das ist so ‘ne Argumentation wie “Wozu Computer, wo es doch die
Schreibmaschine gibt.”
> Sage dem
> Rechner was Du willst und er tut es.
Das wäre meine Vision von einem guten BS. Du sagst, was Du willst und
der Rechner tut es.
> Und Du hast alle Freiheiten
> Deine Wünsche zu formulieren und bist nicht auf 20 vorgefertigte
> Menüeinträge eingeschränkt.
> Klar, es *will* sich nicht jeder damit beschäftigen. Macht für manche
> vielleicht auch keinen Sinn. Aber zu behaupten, es gäbe nichts
> anderes oder besseres als Windows-Apps ist schon ein bischen hart!
Das habe ich nicht behauptet, aber sieh es einfach mal von der
User-Seite, der sich an den MS-Schrott gewöhnt hat. Wenn der sieht,
dass er schon wieder tausend Dinge lernen muss, um genau das Gleiche
zu erreichen/bekommen wird sich natürlich denken, dass dies
vergeudetet Energie ist.
Damit Linux attraktiv wird muss es einfach sehr viel besser sein. Aus
sicht des Benutzers speigelt sich das erst einmal in der
Bedienbarkeit wieder. Und da hat Linux einiges nachzuholen. Leider
sind die Ergonomie- und Usability-Projekte mehr oder weniger tot.
> > Was mich an der Entwicklung von Linux fasziniert, aber auch ein wenig
> > stört, ist die Abkehr von einem schlanken, funktionellen System hin
> > zur grellen, spieletauglichen Kliki-Bunti-Welt, ohne dass man aber
> > die Funktionalität und Ergonomie gegenüber - man muss es leider schon
> > fast sagen - dem Vorbild Windows XP wesentlich verbessert hätte.
>
> Ähm, das mußt Du jetzt aber mal etwas genauer erläutern! Wo gibt es
> denn bei Linux eine Abkehr von einem schlanken, funktionellen System?
Mhmm, ich kann mich noch ziemlich gut daran erinnen, dass Linux mal
auf Rechnern mit nur 32MB oder 64MB samt X lief. Das kann man heute
ja total knicken, dank Gnome und KDE. Will man dann vieleicht noch OO
starten, erst recht.
> Nur weil es immer mehr Software gibt und man bei einer
> Standardinstallation automatisch mehr Anwendungssoftware installiert
> bekommt, als man bei Windows je bezahlen könnte (oder mehr als
> Windows jemals gleichzeitig verkraften würde, ohne daß sich
> verschiedene Apps mit inkompatiblen DLLs beharken, nebenbei bemerkt)
> heißt das doch noch lange nicht, daß das *System* weniger schlank
> wäre. Es steht Dir jederzeit frei, jeglichen graphischen
> Schnickschnack zu deinstallieren. Dann hast Du immer noch ein
> wunderbar schlankes System, das locker auf eine 50 MB Partition
> passt.
Nenne mir eine aktuelle Distrib, bei der man auf einem 48MB-Rechner
OO o.ä. starten kann.